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Ausbildung zum Piloten

Übersicht über die Ausbildung zum Ballonpiloten

Die Ausbildung zum Ballonpiloten besteht aus einer theoretischen und einer praktischen Ausbildung.

Übersicht über die Ausbildung zum Ballonpiloten

Der Pilotenschein für Ballonfahrer heißt BPL für Balloon-Pilot-Licence = Ballon-Piloten-Lizenz. 

Die Ausbildung zum Ballonpiloten besteht aus einer theoretischen und einer praktischen Ausbildung. Es gibt zwar kein Mindestalter ab wann mit der Ausbildung begonnen werden kann, allerdings ist die praktische Prüfung erst mit 16 Jahren möglich.

Die theoretische Ausbildung findet in einem zentralen Lehrgang statt. Die Ausbildungseinrichtung muss die Teilnahme am Lehrgang der Luftfahrtbehörde bestätigen. Erfahrene Lehrer unterrichten in den folgenden vorgeschriebenen 9 Fächern:

Luftrecht

  • Was darf man, was muss man, was darf man nicht. Und wo steht das alles.

menschliches Leistungsvermögen

  • wie gesund muss ich sein um eine Ballonfahrt machen zu können, was kann ich mir zumuten um auch noch nach der Fahrt gesund zu sein

Flugleistung und Flugplanung

  • Was kann ich dem Ballon zumuten, wieviel kann ich mitnehmen und wo komme ich hin

Meteorologie

  • Der Ballon ist wohl das empfindlichste Luftfahrzeug gegenüber Wettererscheinungen, so dass fundierte meteorologische Kenntnisse notwendig sind um beurteilen zu können, ob und wie Ballonfahrten möglich sind

Grundlagen des Fliegens

  • Wie kommt der Ballon trotz seines Gewichtes in die Luft

Betriebsverfahren

  • Wie kann ich einen Ballon optimal und mit maximaler Sicherheit für mich und weitere Insassen führen und was mache ich in unvorhergesehenen Fällen

allgemeine Luftfahrzeugkunde in Bezug auf Ballone

  • welche verschiedenen Ballone gibt es, wie sind sie aufgebaut, wie funktionieren sie und welche Instrumente und Zubehöre helfen mir beim Ballonfahren 

Navigation

  • Man sollte immer wissen wo man ist und wem man da so begegnen kann

Kommunikation

  • Teil1: Hier geht es um Kenntnisse, wann und wie Funkkontakte über Flugfunkfrequenzen erfolgen müssen, mit wem ich was sprechen muss und wie die Geräte zu bedienen sind.
  • Teil2: Hierin werden die Verfahren und Sprechgruppen geübt, die im Funkverkehr einzuhalten sind und in einer speziellen mündlichen Prüfung auch geprüft werden. Dieser Teil 2 kann optional besucht werden (am Ende des Lehrgangs) und ist nicht erforderlich, wenn bereits diese Prüfung separat abgelegt wurde oder ein BZF/AZF-Flugfunkzeugnis vorliegt.    

 

Diese 9 Fächer werden dann in einer Theorieprüfung bei einer der Luftfahrtbehörden in Deutschland am Computer mit einer festgesetzten Anzahl von multiple choice Fragen geprüft (je Frage 1 richtige Antwort von 4 Möglichen). Zur Übung gibt es eine Software, in der alle Fragen enthalten sind, die bei der behördlichen Prüfung vorkommen können. Diese Software wird auch bei der Theorieausbildung  in der Ausbildungsstätte und Zuhause verwendet. In jedem Fach müssen 75% der Fragen richtig beantwortet werden.

So gesehen könnte man die Theorieprüfung unter Umständen auch ohne den Besuch eines Theorielehrgangs bestehen. Allein durch das Erlernen der richtigen Antworten aus dem Prüfungsfragenkatalog versteht man die wichtigen Zusammenhänge nicht die erforderlich sind, um auf jede Art von Anforderungen oder unerwartete Situationen richtig reagieren zu können. Es ist wichtig im Lehrgang von den Erfahrungen der verschiedenen Lehrer mit ihrer langjährigen Praxis profitieren zu können.    

Wenn ein guter theoretischer Kenntnisstand des Schülers erreicht ist, wird er in Absprache mit ihm zur Theorieprüfung gemeldet.

Die praktische und theoretische Ausbildung können parallel durchgeführt werden. Es ist durchaus vorteilhaft zum guten Verständnis der Materie nach einigen Stunden Praxisausbildung den Theorielehrgang zu besuchen. Es ist zu beachten, dass die praktische Prüfung spätestens 24 Monate nach bestandener Theorieprüfung erfolgt sein muss, d. h. der richtige Zeitpunkt ist zu wählen um nicht zeitlich in Bedrängnis zu gelangen, wenn die 24 monatige Frist abläuft und man noch keine Praxisreife als Schüler erreicht hat (zeitliches Balencing zwischen Theorie und Praxis).

Die praktische Ausbildung

Die praktische Ausbildung kann bei einem der Lehrberechtigten unserer ATO absolviert werden, die über ganz Deutschland verteilt sind (Landkarte mit Lehrern der ATO ist in Vorbereitung). In der ATO ist ein standardisierter Ausbildungsplan festgelegt, dem alle Lehrberechtigten folgen müssen und die besten Voraussetzungen bilden, um ein sicherer Ballonpilot zu werden.

Vor der praktischen Ausbildung lernen sie das entsprechende Ausbildungsprogramm kennen, erhalten das Handbuch des bei der Ausbildung verwendeten Ballons um ihn bereits etwas kennenzulernen und bekommen einige Informationen, wie sie sich auf die praktische Ausbildung vorbereiten können. In der praktischen Ausbildung sind folgende Mindestanforderungen festgelegt:

  • Mindestens 16 Stunden Flugunterricht,
  • davon mindestens 12 Stunden Flugunterricht mit Fluglehrer und mindestens 30 Minuten beaufsichtigter Alleinflug
  • 10 Ballonaufrüstungen
  • 20 Starts und Landungen

Diese Mindestanforderungen sind in ganz Europa gleichermaßen festgelegt, aus langjährigen Erfahrungen ergibt sich aber, dass damit noch kein sicheres Führen des Ballons sichergestellt ist. Die ATO und seine Verantwortlichen in Zusammenarbeit mit den ausbildenden Lehrern entscheiden, wann ein Schüler aussichtsreich zur praktischen Prüfung empfohlen werden kann.

    

Voraussetzungen zur Ausbildung als Ballonpilot:

Meldung bei der Luftfahrtbehörde zur Ausbildung, hier Regierungspräsidium Kassel (durch die ATO); Nachweis Sofortmaßnahmen am Unfallort oder Führerschein; ärztliche Eignungsuntersuchung = ‚Tauglichkeitszeugnis‘ bei einem Fliegerarzt; Zustimmung des Erziehungsberechtigten wenn nicht Volljährig; Auszug aus dem Fahreignungsregister in Flensburg; Führungszeugnis der Belegart O.

 

Für eine persönliche unverbindliche Beratung und für die Beantwortung von Fragen vermitteln wir einen erfahrenen Lehrer als Gesprächspartner. Einfach eine Mail an die Geschäftsstelle mit Kontaktdaten und Stichwort ‚Pilotenausbildung‘geschaeftsstelle@dfv.de